Parfums & Düfte Story

Parfums & Düfte Story – Schon als kleines Kind haben mich Düfte und Parfums fasziniert. Als ich vier Jahre alt war, kann ich mich noch sehr gut an diesen wunderschönen Schminktisch meiner Mutter erinnern. Dort hatte meine Mutter immer ihre Parfumflakons und Lippenstifte dekorativ platziert. Es war das Parfum Tosca, das Parfum Charlie von Revlon und das Parfum Je Reviens von Worth Paris. Nun sind fast vierzig Jahre vergangen und ich kann mich noch ganz genau an jeden einzelnen dieser Düfte erinnern. Es ist schon erstaunlich, wie Düfte, auch nach so langer Zeit, noch so genau im Gedächtnis bleiben und uns, nur anhand dieser Dufterinnerungen, diese wunderbaren Erinnerungen an diese schönen Momente noch einmal für einen kurzen Augenblick lebendig werden lassen.

Das waren diese besonderen Momente, die mich als Kind geprägt haben und meinen Weg in die Kosmetik geebnet haben. Als ich mit sieben Jahren mein erstes Parfum, ebenfalls von meiner Mutter, geschenkt bekam (es war eine Miniaturausgabe von dem Parfum „KL Karl Lagerfeld“), war ich hin und weg. Der Duft bekam damals einen Ehrenplatz in meiner kleinen Glasvitrine und so oft es ging, habe ich immer wieder an diesem Flakon geschnuppert und den Duft regelrecht eingesogen. Es war so ein schöner warmer, balsamischer Duft mit einer ganz besonderen Note von süßlichen Hölzern. Manchmal passiert es mir noch heute, dass ich irgendwo bin oder spazieren gehe und im nächsten Moment habe ich genau diesen Duft in der Nase und bleibe wie gebannt stehen, nur um noch einmal diesen besonderen kurzen Augenblick von damals aus meiner Kindheit genießen und erleben zu können.

Was machen Düfte mit uns?

Ich gehe jetzt mal nur von den schönen Düften aus… Was sind schöne Düfte? Meine Definition von schönen Düften sind Düfte, die Sehnsüchte in uns hervorrufen, die in uns schöne Erinnerungen aufleben lassen, die in uns ein besonderes Wohlbefinden auslösen und die uns eine einzigartige Duftnote und Aura verleihen. Jeder Duft duftet bei jedem Menschen anders. Schöne Düfte sind auch insofern faszinierend, weil sie subtil sind.

Wie trägt man einen Duft richtig auf?

Es kommt auch mitunter darauf an, wie man Düfte aufträgt. Vor einiger Zeit habe ich mal einen Parfum Workshop bei einem Bekannten Parfümeur absolviert und da wurde zum Beispiel der Duft in die Luft gesprüht und man ging schnell durch diesen „Duftnebel“. So können sich angeblich die Duftmoleküle des Duftes besser und gleichmäßiger auf den Duftträger bzw. die Duftträgerin niederlegen, so dass die Duftmoleküle nach und nach ihren Duft freigeben. Ich persönlich habe diese Technik des Sprühens gerne übernommen, da ich auch der Überzeugung bin, dass der Duft so viel besser zur Geltung kommt. Ich habe im Laufe der Zeit auch festgestellt, dass ein Duft, welcher direkt auf die Haut aufgetragen wird, sich anders dufttechnisch entfaltet als jener Duft, der wie ein Sprühnebel (man sprüht in die Luft und geht hindurch) aufgetragen wird. Ich für mich persönlich habe festgestellt, das die „Sprühnebeltechnik“ länger und intensiver wahrnehmbar ist als wenn der Duft direkt auf die Haut aufgetragen wird. Wichtig ist auch, dass man sich nicht unbedingt mit einem Duft überladen sollte. Meine persönliches Credo lautet deshalb: weniger ist mehr.

Warum möchten wir gerne gut duften?

Ich beschäftige mich schon sehr lange mit Düften und Parfums und besitze etliche Literatur über Parfum und Düfte und ihre Wirkungsweisen. Ich würde sagen, dass wir an erster Stelle uns selbst gerne gut riechen möchten. Wir versuchen mit einem Duft unsere Persönlichkeit hervorzuheben und zu unterstreichen. Ebenso kann ein spezieller Lieblingsduft beruhigend, entspannend und anregend wirken. Ein Duft ist auch irgendwie wie eine Visitenkarte und hat einen gewissen Wiedererkennungswert. Natürlich freut man sich sehr, wenn einem ein Kompliment gemacht wird, das man gut riecht. Es gibt auch Gerüchte, dass man sich anhand des Duftes seinen Partner bzw. seine Partnerin aussucht, nach dem Motto: „Ich kann Dich gut riechen“. Es scheint wohl etwas Wahres dran zu sein…

Welche Duftrichtungen gibt es?

Unterteilt wird erst einmal in Damendüfte und Herrendüfte. So gibt es zum Beispiel bei den Damendüften die Duftrichtungen blumig, fruchtig, süß, pudrig, balsamisch und orientalisch. Bei den Herrendüften sind es oft die Duftrichtungen frisch, zitrisch, holzig, balsamisch, ledrig, orientalisch und würzig. Es gibt mittlerweile auch Unisexdüfte die sowohl Männlein als auch Weiblein tragen können.

Wie ist ein Duft Parfum aufgebaut?

Gute Parfums enthalten in der Regel hochwertige ätherische Duftöle. Jeder Duft, jedes Parfum besteht aus insgesamt drei Komponenten: einer Kopfnote, einer Herznote und einer Basisnote. Alle drei zusammen ergeben sozusagen das Duftfeuerwerk, das Parfum. Ebenso geben diese drei Komponenten ihre Duftmoleküle in unterschiedlichen Zeitverläufen ab. So ist die Kopfnote gewöhnlicherweise die erste Duftkomponente, die man wahrnimmt. Sie besteht meistens aus frisch fruchtigen Noten wie zum Beispiel: Zitrone, Pink Grapefruit, Mandarine, Blutorange, Nashi Birne, Minze, Limette, Gingergras, Palmarosa, Bergamotte, Rosenholz oder Rosmarin. Als zweite Duftkomponente eröffnet sich dann die Herznote, meistens auch das Herzstück des Parfums. Sie ist der Hauptcharakter eines jeden Parfums und besteht zum Beispiel aus blumigen und fruchtigen Duftnoten wie zum Beispiel: Pfingstrosen, Rosen, Damaszener Rose, Veilchen, Iris, Jasmin, Beeren, Hyazinthen, Maiglöckchen, Mimose, Pink Lotus, Tuberose und Ylang Ylang. Zu guterletzt kommt die Basisnote. Sie bildet sozusagen die Grundlage eines jeden Parfums. Die Basisnote haftet am längsten und kann noch Tage später wahrgenommen werden. Zu den Duftkomponenten der Basisnote gehören unter anderem die bekannten Komponenten wie zum Beispiel: Vanille, Benzoe, Sandelholz, Weihrauch, Amber, Moschus, Patschouli, Eichenmoos und Labdanum.

Wie entsteht eigentlich ein Parfum?

Es ist natürlich eine Kunst, ein gutes Parfum herzustellen. Hier kommt es auch auf die Zutaten an. Es ist so ähnlich, wie in einer Gourmet Küche. Es kommt auf die Qualität und die Reinheit der ätherischen Öle und der Absolues an. Und natürlich auf den Parfümeur mit seiner langjährigen Ausbildung zum Parfümeur, dessen Erfahrungen mit Duftstoffen und dessen Kreativität und Experimentierfreude. Meistens werden Düfte an Parfumorgeln zusammengestellt und komponiert. Eine Parfumorgel ist sozusagen der wichtigste Arbeitsplatz eine Parfümeurs, denn dort werden die einzelnen Duftstoffe ausgesucht, gewogen, abgefüllt und nicht zuletzt zu einem Duft zusammengestellt und komponiert. Ein Parfümeur arbeitet mit unzähligen Duftstoffen…manchmal hunderte bis in die tausenden von Duftstoffen. Es ist ein wenig wie Kochen, der Parfümeur muss die richtigen Zutaten auswählen und dann „kulinarisch“ zusammenfügen, um daraus einen neuen Duft zu komponieren.

Wunderbare Düfte lassen sich auch in der Natur finden: ein besonders schönes Erlebnis hatte ich vor drei Jahren in der L‘ Orangerie des Schlossparks Sanssoucci. Jedes Jahr besuche ich diese wunderschöne Destination und entdecke jedesmal neue Pflanzen , Blumen und Kräuter. Als ich dort mal wieder spazieren ging, nahm ich immer wieder für einen kurzen Moment einen Hauch von Vanille wahr. Dieser Duft war das leckerste Vanille, was ich je gerochen hatte. Ein ganz weicher, warmer und balsamischer Vanilleduft. Ich dachte erst, es wäre ein Parfum von einem der Gäste, die sich ebenfalls in der Parkanlage befanden. Der Duft wurde mal stärker und dann wieder schwächer – bis ich merkte, es war dieses kleine Bäumchen, das vor mir stand. Daraufhin roch ich genauer an dieser Pflanze und sie war es. Sie roch soooooooo unglaublich gut nach dieser leckeren Vanille. Daraufhin fragte ich bei einem der anwesenden Gärtner nach und er erklärte mir, das es sich bei diesem Bäumchen um eine Vanillepflanze handele. Seitdem besuche ich jedes Jahr diese lecker duftenden Vanillebäumchen und erfreue mich sehr an ihnen und ihrem Duft. Natürlich stehen jetzt auch bei mir zu Hause lecker duftende Vanillepflanzen auf dem Balkon. Und sie duften fast besser als jedes Parfum. Wenn ihr mal in einer Gärtnerei seid und diese Vanillebäumchen oder Vanillepflanzen (auch unter dem Namen Heliotrope bekannt) dort seht, schnuppert mal dran. Es lohnt sich!

Blumen und Pflanzen, die auch gut duften, sind Pfingstrosen, Maiglöckchen, weiße Lilien, Flieder, Lavendel und Thymian.

Copyright Fotos: Petra Schmidt